Anna Jacobi

Drei

Gestalt
Im Garten steht er versteinert,
vom Zwerg verzaubert
Maske
Gesicht mit großer Nase krumm und wulstig
Die Augen große Höhlen, tiefer Blick
Zähne im schiefen Mund und dicke Backen knurren
Ein Zahn fällt aus
Die Ohren groß wie Hände
Stiert ohne Ziel
Doch Haare wie ein junger Bursche, die wirr gekraust den dicken Kopf bedachen
Ein Gnom mit listigem Auge und wütendem Zahn, der alles zermalmt, was da kommt.

Noch einer
Ein frohlockender Gast, der still verharrt und nur nachts zum Leben erwacht
Grinsend mit langer Zunge spricht er eine fremde Sprache
Er freut sich über Geheimnisse und flüstert mit funkelnden Augen, riesigen Augen
und schmalem Gesicht, sieht er das Unsichtbare der Nacht in hellen Farben
Stoppeln auf der Glatze – fein zappeln sie im Wind
Er liebt die Seefahrt
Sein Beruf: Pirat, doch nur in den Stunden der Nacht.

Die Dritte
Ein dürres Weib mit zarten Wangen, die Brüste im Gesicht
Zwei wulstige Lippen lächeln empor aus der Tiefe
Ein langes Kinn
Glasklare Augen rechts und links
Der glänzende Blick stracks zum Grund der Meere
Wie die Flunder neigt sie den Kopf umständlich zu Boden
Krumme Dame mit feuriger Gier nach Kirschgeruch und Ferne
Träumt von der Sonne und dem Mond und steigt auf die höchsten Berge.


Alle Inhalte © Anna Jacobi 2017